Die Spezies Rennradfahrer – ein Muffel?
Lassen wir diesen Satz einmal so stehen und säumen das Pferd von hinten auf:
Jeder von uns kennt das, ein Radurlaub, Trainingslager oder eine Rundfahrt in Italien – kurze Radhosen, wenn bei uns die Winterklamotten noch Hochsaison haben, Spaghetti alla Mama, Vino, Espresso und das freundliche „Salve“ der italienischen Radkollegen.
Womit ich schon beim Thema wäre. Salve heißt ja übersetzt „Servus“ – sprich „Hallo“. In Italien verkörpert das für uns unter anderem das italienische Flair doch in Deutschland scheint es fast „out“ zu sein.
Der Frühling lockt nun alle Rennräder aus den Kellern und Garagen hervor und auf den heimischen „Feierabend“-Runden trifft man bekannte Gesichter – oder zumindest das Rad mit den tollen neuen Felgen habe ich mir gemerkt.
Ich schweife ab – wollte ich doch bemerken, dass mein fröhliches, verblümtes und euphorisches Salve zu oft im Gegenwind verschwindet und von den entgegen kommenden Fahren kein Echo zurück wirft.
An was mag das liegen? Ist die Spezies Rennradfahrer zum Muffel geworden?
Nach einer kleinen Umfrage auf meiner letzten Sonntagsrunde haben sich alle Befragten als ratlos erklärt, aber trotzdem nicht in ein munteres gegenseitiges Grüßen eingestimmt. Also auch dieser Weg der Urteilsfindung blieb erfolglos.
So bleibt mir nur eine kindlich naive Erklärung als Wahrheit zu erkennen, die lautet:
Ich bin über den Winter einfach so gut im Training geblieben, dass mir der Atem zu Grüßen noch nicht versiegt ist und bis zum Sommer fahre ich vielleicht meine „Feierabend“-Runde schon in Bayerisch-Italien zwischen munter grüßenden Rennradfahrern. Salve!
Euer KonRad